Altamont 1969

Juli 17, 2018 Krieg und Frieden

Im Jahre 1969 fand auf dem Altamont Speedway in Kalifornien ein Rockmusik-Festival statt, das vom Management der Rolling Stones in Anlehnung an das Woodstock-Festival initiiert wurde. Neben den Rolling Stones traten hier unter anderem Ike & Tina Turner, Grateful Dead, Jefferson Airplane, die Flying Burrito Brothers und Crosby, Stills, Nash and Young auf. Wegen der mehrfachen Verlegung des Veranstaltungsortes, ursprünglich war der Golden Gate Park von San Francisco vorgesehen, entstand auf dem Gelände von Altamont bei fehlender Infrastruktur für die 300 000 Besucher ein chaotisches Szenario. Während des Festivals gab es 4 Todesfälle und zahlreiche gewalttätige Ausschreitungen. Da die Bühne zu niedrig geraten war, wurden von den Festival-Organisatoren Mitglieder des Motorradclubs „Hells Angels“ als Security verpflichtet. Sie bekamen statt Geld Bier, soviel sie trinken konnten. Ein afroamerikanischer Zuschauer namens Meredith Hunter kam bei einer Messerattacke direkt vor der Bühne ums Leben, als die Rolling Stones gerade ihren Song „Under My Thumb“ spielten. Erstochen wurde er von einem Mitglied der „Hells Angels“. Unmittelbar zuvor hatte Hunter unter Einfluss von Drogen eine Schusswaffe gezogen. Nicht nur Besucher sondern auch auftretende Künstler wurden von Mitgliedern der „Hells Angels“ attackiert. So wurde der Sänger von Jefferson Airplane bewusstlos geschlagen, als er versuchte, einem Zuschauer zu Hilfe zu kommen. Der Auftritt der Stones und der Ablauf des Todesfalls sind in dem Dokumentarfilm „Gimme Shelter“ von Charlotte Zwerin dokumentiert. Die tragischen Vorfälle auf dem Altamont-Festival leiteten so das Ende der Hippiebewegung ein. Der Song „Gimme Shelter“ wird vielfach als eines der besten Stücke der Rolling Stones angesehen. Sein Text handelt von der Suche nach Schutz vor heranziehendem Sturm und Feuer. Er beschwört in der Zeit des Vietnam-Krieges die Bedrohung der Menschen durch Verwüstung, Vergewaltigung und Mord, weist aber auch die Kraft der Liebe hin, und trifft damit genau den Nerv der 68er-Jugendbewegung. Tragischerweise kann der Liedtext auch als Mahnung gegen die gewaltätigen Ausschreitungen während des Altamont-Festivals selbst betrachtet werden.

Friedhelm Farin, Altamont 1969, 07/2018, Acryl auf Leinwand, 40 cm x 30 cm